Kann man sich auf den Tod vorbereiten? Wir kennen Ankunft und Ort nicht. Es ist so, als stünde man an einem Bahnhof und warte auf den Zug, hätte aber keine Ahnung, wann der Zug führe und auf welchem Gleis er einfährt. Wir kennen nicht einmal den Bahnhof. Ganz schön kompliziert die Sache mit dem Tod. Auch wenn wir nach schwerer Krankheit im Krankenhaus landen und wägen, dass dieses unsere letzte Station sei, kann es passieren, dass wir entlassen und das Taxi nach Hause nehmen. Der Zug ins Jenseits ist ausgefallen, es gibt Schienenersatzverkehr.
Man kann sich auf den Tod nicht vorbereiten, nicht auf gepackten Koffern sitzen und warten, dass einen der Zug im Zimmer abholt. Gut wäre zweierlei, die Wartezeit nicht mit Meckern zu verkürzen und das Gepäck luftig zu halten, damit nicht die Nachkommen das Nachsehen haben und viel Lebenszeit damit verbringen müssen, die Hinterlassenschaften, die sich während unseres Lebens aufgesammelt haben, zu entsorgen. Überhaupt die Nachkommen: Zu Lebzeiten wäre es gut, offene Rechnungen zu begleichen, seien es materialistische nackte Zahlen an etwaigen Geldmitteln oder emotionale Schulden. Den Menschen, die man liebt zu zeigen, dass man sie liebt, kann man nur in lebendigem Zustand. Ein bisschen mehr davon würde die Welt einen besseren Ort machen. Sitzt man erst einmal im letzten Zug, ist es zu spät dazu.
Wie kann man sich erleichtern? Um unbeschwerter durchs Leben zu gehen und dann irgendwann den letzten Zug zu nehmen, ist es gut, wenn man bewusster mit seinen Dingen umgeht. Mit fortgeschrittenem Alter weiß man, was man wirklich zum Leben braucht und kann sich leichter von Dingen trennen, die nur Staub ansammeln und Sicht und Zimmer verstellen. Aber bitte nicht ab in die Box und am Straßenrand abstellen, versehen mit einem Schild „Zu verschenken“. Das ist Müllentsorgung auf öffentlichem Straßenland. Besser online Foren nutzen und die Dinge mit Fotos einstellen zum Abholen. Auch unter Freunden kann man im WhatsApp-Status das eine oder andere unters Volk bringen. Schlussendlich gibt es auch die Recyclinghöfe der BSR.
Das Große Reinemachen sollte sich aber nicht auf die Freundschaftsbekundungen unter den lieben nächsten Menschen und auf die Entsorgung nutzloser Haushaltsdinge beschränken, man sollte auch mit sich möglichst im Reinen sein. Abends in den Spiegel schauen, ohne etwas bereut zu haben, ist ein guter Vorsatz. Man weiß nie, ob es das letzte Mal war, dass man Gelegenheit dazu hatte. Nutzen Sie die Chance, solange Sie können. Denn eines ist sicher: Auch Sie werden eines schönen Tages Ihre letzte Reise antreten und durch die Fenster Ihr Leben Revue passieren sehen.
Alles Gute für Sie: Machen Sie es besser!